Intel und Facebook entwickeln gemeinsam die nächste Generation von Rack-Technologien, die künftig in den weltweit größten Rechenzentren zum Einsatz kommen sollen. Die beiden Unternehmen zeigten auf dem Open Compute Summit einen von Quanta Computer gefertigten mechanischen Prototypen einer modularen Rackserver-Architektur, deren Computer-, Netzwerk- und Storage-Subsysteme sich unabhängig voneinander einzeln erneuern lassen. Der Prototyp basiert auf Intels neuer Photonik-Architektur mit Silizium-basierter optischer Datenverbindung und erreicht dank der Intel Silicon Photonics Technologie beim Datentransfer eine Bandbreite von bis zu 100 Gbps. Er belegt, wie Unternehmen mit Hilfe einer modularen Rack-Architektur und trennbaren Komponenten positive Effekte bei Gesamtkosten, Design und Zuverlässigkeit erreichen.
Die neue Architektur basiert laut Justin Rattner, Chief Technology Officer bei Intel, auf mehr als einem Jahrzehnt Forschung an Geräten auf Basis von Silizium-Photonik mit Lasern, Modulatoren und Detektoren, die kostengünstiges Silizium mit optischen Komponenten verknüpfen und so beispiellose Geschwindigkeit und Energieeffizienz erreichen. Silizium-Photonik ermöglicht den sehr schnellen und stromsparenden Transfer von großen Datenmengen über Lichtstrahlen und dünne Glasfasern anstatt über elektrische Signale und Kupferdrähte. In den letzten beiden Jahren hat Intel seine Silicon Photonics Technologie zur Produktionsreife gebracht; jetzt hat das Unternehmen bereits erste Musterchips hergestellt.
Silizium-Photonik bietet durch den Einsatz von kostengünstigem Silizium einen deutlichen Preisvorteil gegenüber älteren optischen Technologien; weitere Vorzüge sind eine höhere Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Skalierbarkeit. Unternehmen wie Facebook, die Server-Farmen oder Rechenzentren betreiben, können damit Performance-Engpässe beseitigen, die langfristige Upgrade-Option sichern und die Betriebskosten für Platz und Energie maßgeblich reduzieren, indem sie viele Kabel durch ein einziges Glasfaserkabel ersetzen.
Der mechanische Prototyp zeigt, wie Intel mit seiner photonischen Rack-Architektur die verschiedenen Ressourcen miteinander verbindet; zudem zeigt er einen Weg, wie sich Computer-, Netzwerk- und Storage-Subsysteme innerhalb eines Racks voneinander separieren lassen. Der mechanische Prototyp nutzt verteilten Input/Output (I/O) auf Basis von Intel Ethernet Switch Silicon, unterstützt Xeon Prozessoren sowie die nächste Generation des 22 nm System-on-Chip (SOC) Atom Prozessors (Codename „Avoton“), der in diesem Jahr auf den Markt kommt. Gemeinsam mit Facebook, Corning und anderen Unternehmen will Intel das Design seiner Photonik-Silizium-Architektur langfristig standardisieren. Zu diesem Zweck stellt Intel seine Architektur auch dem Open Compute Project (OCP) zur Verfügung.
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