Der Suchspezialist Google startet heute, Dienstag, seinen webbasierten Tabellenkalkulationsdienst mit dem Namen Google Spreadsheet. Der Service wird im Rahmen von Googles "Spielwiese", Google Labs, veröffentlicht. Der Excel-Verschnitt soll ein paralleles Editieren von Dokumenten durch bis zu zehn Benutzer gleichzeitig erlauben. Die Anwender können sich zudem per In-Document-Chat unterhalten. Das Service könne einige Hunderte Formulare verarbeiten, komplexe Funktionen wie Makros finde man jedoch nicht, so Googles zuständiger Produktmanager Jonathan Rochelle gegenüber der New York Times.
Die Dateien von Google Spreadsheet werden auf Servern des kalifornischen Unternehmens gespeichert. Somit sind die Daten nicht von einem bestimmten PC abhängig sondern können von jedem Rechner mit Internetzugang bearbeitet werden. Beim Import und Export unterstützt Google Spreadsheet die Standardformate .csv und .xls, erklärt Rochelle. So können die Daten auch offline mit vorhandenen Programmen weitereditiert werden. Spredsheet richtet sich an kleine Gruppen von Personen, die gleichzeitig an einem Dokument arbeiten wollen bzw. an KMUs.
Der Kampf mit Microsoft geht damit in die nächste Runde. Die Applikation ist ein weiterer Schritt in Richtung der Kerngebiete der Redmonder. Rochelle relativiert jedoch: "Ich sehe beides als Ergänzung zueinander." Mitte März hatte Google bereits den Online-Textverarbeitungsanbieter Writely gekauft. Die Nutzung von Writely ist kostenlos, Premium-Dienste sind in Vorbereitung. Erstellen oder Hochladen und auf dem Server speichern, lassen sich Dateien im Format HTML, TXT, MS Word, RTF, OpenOffice, OpenDocument und seit Dezember auch als PDF. Gemeinsames Arbeiten an einer Datei wird ebenfalls unterstützt.
Im Gegenzug dazu versucht man in Redmond die Aktivitäten am Markt für Web-Angebote zu verstärken und Google bei Suchdiensten und Online-Werbung die Stirn zu bieten. Im Rahmen seiner "Live"-Iniatiative will auch Microsoft Office künftig ins Web hieven. Konkrete Pläne dafür gibt es allerdings noch keine.
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