Das Online-Rollenspiel "World of Warcraft" sorgt auch in Europa für einen User-Ansturm auf die virtuellen Welten von Azeroth. Überlastete Server trüben dabei das Spielvergnügen der Fans: Abstürze, lange Wartezeiten und Ärger bei den Online-Spielern sind auch in Europa die Folge. Zahlreiche Spielwelten haben schon kurze Zeit nach dem offiziellen Start des Spiels am 11. Februar die maximale Bevölkerungsdichte erreicht. Hersteller Blizzard musste die Seiten zur Account-Erstellung kurzzeitig offline nehmen und die Foren sind wegen der Systemüberlastung seit kurzem offline. Das ärgert zwar viele Spieler, dem Erfolg des Games dürften die Startschwierigkeiten aber dennoch keinen Abbruch leisten.
Blizzard könnte es mit "World of Warcraft" gelingen, das Online-Rollenspiel von einem Nischen- zu einem Massenmarkt zu machen, berichtet die BBC. Üblicherweise ist für Online-Rollenspiele ein gewisses Maß an Enthusiasmus und vor allem viel Zeit erforderlich, um sich in die Spielwelt und die Regeln zu vertiefen. Blizzard hat es aber offenbar geschafft, das Spiel auch für Gelegenheitsspieler einfach und unterhaltsam zu gestalten. Das könnte eine entscheidende Hemmschwelle zum Einstieg überwinden helfen. Allerdings muss das Unternehmen die Server-Probleme lösen. Denn bei 45 Euro für das Basisspiel und elf bis 13 Euro für das Monatsabonnement des Spiels dürfte das Verständnis für Server-Probleme bei den Usern begrenzt sein, zumal diese aufgrund der gleichen Misere beim US-Start im November 2004 zu erwarten waren.
Dennoch überwiegt die Begeisterung über das Spielerlebnis den Ärger über langsame Performance oder Zugangsschwierigkeiten, wie aus den Postings auf der BBC-Website hervorgeht. Die Grafik des Games soll zwar nicht perfekt sein, aber die zu bestehenden Abenteuer gehen nicht aus und der Sucht-Faktor des Spiels sei dementsprechend hoch. Auch die Süddeutsche Zeitung schreibt dem Spiel das Potenzial zu, dem Online-Rollenspiel zum großen Durchbruch zu verhelfen. Neben dem einfachen und unterhaltsamen Aufbau auch für Einsteiger, sei vor allem wesentlich, dass auch Solisten auf ihre Kosten kommen, die bislang von den schönen neuen Online-Welten abgeschreckt wurden.
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